Gegendarstellung für Calw Journal

Hier die Gegendarstellung, die soeben an Herrn Oberbürgermeister Dunst verschickt wurde:

Gegendarstellung zum Artikel „S-21-Info-Mobil in Calw“, Calw Journal vom 11. März 2011, Seite 2

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dunst,

wir müssen Sie darauf hinweisen, dass Sie in oben genanntem Artikel gleich mehrfach mit falschen Aussagen zitiert sind. Und durch die sachlich falsche Verknüpfung des S-Bahn-Anschlusses für Calw mit „Stuttgart 21“ einen falschen Eindruck beim Leser erwecken. Nämlich den, dass mit S21 die Leute aus Calw schneller und bequemer nach Stuttgart kommen und außerdem der Standort Calw gestärkt würde. Dies ist nicht durch S21 der Fall, sondern durch den S-Bahn-Anschluss. Beide Projekte haben zunächst aber nichts miteinander zu tun.

Wir beziehen uns auf folgenden zentralen Abschnitt im Artikel:

[…] „Das Bahnprojekt ist eine Investition in die Zukunft.“ so der OB. „Durch die bessere Anbindung der Region Calw rücken wir gleichzeitig näher an die europäische Metropolregion Stuttgart mit ihren fünf Millionen Einwohnern heran und stärken damit unseren eigenen Wirtschaftsraum.“ Die Bürgerinnen und Bürger in Calw würden schnellere und umsteigefreie Verbindungen nach Stuttgart bekommen. OB Dunst warb in diesem Zusammenhang für einen Anschluss von Calw an die S-Bahn. […]

Richtig ist hingegen: Durch den Tiefbahnhof S21 selbst rückt Calw überhaupt nicht näher an Stuttgart heran als es bereits jetzt der Fall ist. Auf dem Infoblatt des Infomobils waren die „Vorteile für Calw“ anhand von Fahrtzeitverkürzungen von Calw über Pforzheim nach Stuttgart dargestellt. Hier beträgt die kürzeste (geschätzte) Fahrtzeit nach Stuttgart mit S21 genau 1:07 Stunden, wobei man in Pforzheim umsteigen muss. Es gibt also selbst nach den Plänen der S21-Verantwortlichen keine „umsteigefreien“ Verbindungen von Calw nach Stuttgart.

Zudem gehen von den erwarteten Fahrzeitgewinnen (von 13 bzw. 25 Minuten) lediglich 2 Minuten auf den geplanten Tiefbahnhof S21 zurück, die übrigen 11 bzw. 23 Minuten hängen mit dem schon längst in Ausführung befindlichen Ausbau der Nagoldtalbahn zusammen.
Bereits heute ist man vom Calwer ZOB mit der schnellsten Verbindung im Schnellbus der Firma Volz sowie mit der S-Bahn ab Weil der Stadt in insgesamt 1:09 Stunden am Hauptbahnhof in Stuttgart, wie im aktuellen Fahrplan zu lesen ist. Wer dieses Angebot nutzt weiß, dass der Umstieg in Weil der Stadt bereits heute schneller und bequemer von Statten geht, als ein Umstieg in Pforzheim. Deshalb betrachten wir es als grob irreführend, eine Zugfahrt nach Stuttgart mit Umstieg in Pforzheim als durch S21 herbeigeführte „schnellere Verbindung“ zu bezeichnen.

Hinzu kommt, dass es öffentlich erklärtes Ziel des Landkreises ist, bis 2019, also mindestens gleichzeitig mit S21, die S- Bahn- Verlängerung von Weil der Stadt nach Calw abgeschlossen zu haben. Dann wären wir tatsächlich „umsteigefrei“ und mit einer Fahrzeit von „unter einer Stunde“ in Stuttgart. Leider wird dieses Ziel durch S21 in keiner Weise gefördert.
Wir erwarten den Abdruck dieser Gegendarstellung ebenfalls auf Seite 2 in der nächsten Ausgabe des Calw Journals.

Bitte vermischen Sie das Thema S-Bahn-Anschluss für Calw nicht mit dem Thema Stuttgart 21. Und lassen Sie Ihrer „Werbung für den S-Bahn-Anschluss“ endlich auch Taten folgen. Das Thema ist nicht neu und in Ihrer bisherigen Amtszeit hat sich dazu zumindest für uns als Bürger nichts merklich getan.
Gerne würden auch wir Sie einmal bei einer unserer Infoveranstaltungen begrüßen. Unser Engagement müsste doch ganz der eingeschlagenen Richtung zu mehr bürgerschaftlichem Engagement im Sinne von STEP2020 entsprechen, die Sie auch in Ihrer Neujahrsansprache so betont haben. Sehr gerne würden wir auch den Inhaber oder die Inhaberin der neu eingerichteten „Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement“ bei einer unserer Veranstaltungen oder Aktionen willkommen heißen.

Mit besten Grüßen – für die Calwer Obenbleiber:

Karl Braig, Calw-Stammheim
Hermann Gande, Neubulach
Ingrid und Kurt Kaminski, Calw-Alzenberg
Norman Kaminski, Calw
Rose Müller, Ostelsheim
Ronny Schmidt, Friolzheim
Brigitte Schwarz, Neubulach
Johannes Schwarz, Calw-Stammheim
Gisela und Heiner Spitzer, Althengstett
Hermann Stegmaier, Calw
Hans Sütterlin, Sulz am Eck
Sonja Vollmer, Calw

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2 responses to “Gegendarstellung für Calw Journal

  1. das war fällig!!
    es ist sehr verbindlich formuliert, wir haben ja stil. ;;-))
    allerdings ist es mehr als ärgerlich, wie ohne ende immer mit falschen zahlen, halbwissen und bewussten täuschungen gearbeitet wird. das ganze projekt s21 ist ja so aufgebaut!
    gegenüber früher haben die bürger aber eins kapiert: ohne druck von der strasse geht gar nix.

  2. ja genau, die Leute haben es nicht nur kapiert, sie SAGEN und ZEIGEN es auch!

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